Warum ich figürliche Kunst liebe und abstrakte ablehne

Ich habe mich nie hinter Andeutungen versteckt. Auch nicht in meiner Kunst.
Ich liebe das Figürliche. Und ich lehne das Abstrakte entschieden ab.
Diese Haltung ist nicht provozierend gemeint. Sie ist ehrlich.
Kunst braucht Haltung. Und Können.
Für mich beginnt Kunst dort, wo jemand etwas kann. Wo ein Blick getroffen wird. Eine Haltung. Eine Proportion. Ein Ausdruck, der trägt. Figürliche Kunst verlangt Entscheidungen. Sie ist gnadenlos. Ein Gesicht verzeiht nichts. Eine Figur lässt keine Ausreden zu.
Abstrakte Kunst hingegen empfinde ich oft als Ausweichbewegung. Als Verweigerung von Verantwortung. Farben aufzutragen, sie verlaufen zu lassen oder mit spachtelähnlichen Werkzeugen über die Leinwand zu ziehen, ist für mich kein Beweis von künstlerischem Talent. Es ist eine Technik. Mehr nicht. Und Technik allein ist noch keine Kunst.
Sinn ohne Inhalt ist Leere
Abstrakte Werke werden häufig mit großen Worten verteidigt. Emotion, Freiheit, Interpretation. Doch was bleibt, wenn man diese Begriffe abzieht? Oft nichts. Kein Motiv. Keine Geschichte. Kein Widerstand.
Ich glaube nicht an Kunst, die sich nur dadurch rechtfertigt, dass sie alles sein kann. Wenn alles möglich ist, ist auch alles egal.
Wiedererkennen heißt erinnern
Ich liebe den Wiedererkennungswert. Figuren. Gesichter. Produkte. Ikonen. Dinge, die uns ein Leben lang begleiten. Sie tragen Erinnerungen in sich. Kollektiv und persönlich zugleich. Ein einziges Motiv kann Kindheit, Verlust, Sehnsucht oder Rebellion auslösen. Diese Kraft interessiert mich.
Eine Figur schaut zurück. Sie fordert Stellungnahme. Sie konfrontiert. Abstraktion tut das nicht. Sie bleibt unverbindlich.
Pop Art ist keine Flucht. Sie ist ein Bekenntnis
Meine Kunst bekennt sich. Zu Popkultur. Zu Wiederholung. Zu Symbolen, die wir alle kennen. Nicht, weil sie oberflächlich sind. Sondern weil sie tief in uns verankert sind. Pop Art ist für mich kein Spiel mit Farben, sondern ein präzises Arbeiten an Bedeutung.
Jede Linie, jede Farbfläche, jede Überzeichnung ist eine Entscheidung. Und Entscheidungen sind das Gegenteil von Beliebigkeit.
Ich will gesehen werden und sehen
Ich möchte, dass meine Werke gesehen werden. Und ich möchte sehen, was ich male. Ein Gesicht. Eine Figur. Einen Ausdruck, der bleibt. Kunst darf laut sein. Klar. Direkt. Sie muss nicht gefallen. Aber sie muss stehen.
Abstrakte Kunst steht für mich nicht. Sie weicht aus.
Schluss
Ich glaube an Kunst mit Haltung.
An Können statt Behauptung.
An Figuren statt Flächen.
An Erinnerung statt Leere.
Und genau deshalb male ich, was ich male.