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Warum meine Werke keine Variationen sind


Warum meine Werke keine Variationen sind


Französische Comics von Divo Santino
Französische Comics von Divo Santino

Pop Art ist allgegenwärtig. Ikonen wie Mickey Mouse sind tausendfach reproduziert, variiert, verfremdet und neu koloriert worden. Genau deshalb war für mich früh klar: Ich möchte keine weiteren Variationen auf den Markt bringen. Nicht die nächste Farbe, nicht die nächste Pose, nicht die nächste Version eines bereits überladenen Motivs.

 

Mich interessiert nicht die Wiederholung, sondern der Ursprung.

 

 

Erinnerung statt Kopie

Meine Arbeiten entstehen aus Erinnerungen. Aus Bildern, die sich eingebrannt haben, lange bevor Kunst ein Begriff für mich war. Szenen aus meiner Kindheit, Figuren, Stimmungen, Momente. Diese Erinnerungen sind nicht sauber, nicht sortiert, nicht vollständig – und genau das macht sie ehrlich.

 

Natürlich gehört auch Mickey Mouse zu diesen Erinnerungen. Er war Teil meiner Kindheit, wie bei vielen anderen auch. Aber wenn ich ihn in meine Arbeiten einfließen lasse, dann nicht als Zitat oder Hommage, sondern als Erinnerungsträger. Er steht nicht für Popkultur, sondern für einen inneren Moment.

 

Die Prägung durch französische Comics

Ein großer Einfluss auf meine Bildsprache waren französische Comics. Schon als Kind haben mich diese Welten fasziniert. Die Linien, die Erzählweise, der Humor, die Melancholie zwischen den Bildern. Französische Comics haben eine Tiefe, die nicht laut sein muss, um zu wirken.

 

Diese Prägung ist bis heute spürbar. In der Art, wie Figuren stehen. In der Ruhe zwischen den Elementen. In der Mischung aus Leichtigkeit und Ernst.

 

Keine Massenproduktion, keine Serienlogik

Ich arbeite nicht in Serien, die darauf ausgelegt sind, immer weiter reproduziert zu werden. Meine Werke entstehen einzeln, aus einem inneren Impuls heraus. Sie sind abgeschlossen, sobald dieser Moment erzählt ist.

 

Deshalb gibt es bei mir keine endlosen Wiederholungen eines Motivs. Kein Ausschlachten einer Figur, nur weil sie bekannt ist. Jede Arbeit steht für sich.

 

Pop Art als Haltung, nicht als Stilmittel

Pop Art ist für mich kein Stil, den man anwenden kann. Sie ist eine Haltung. Eine Art, mit Bildern umzugehen, mit Erinnerung, mit Alltag, mit Prägung.

 

Meine Werke greifen auf Bekanntes zurück, aber sie erklären es nicht. Sie ordnen es nicht ein. Sie lassen Raum für eigene Erinnerungen. Genau darin liegt ihre Stärke.

 

Fazit

Ich male keine Variationen, weil mich Wiederholung nicht interessiert.

Ich male Erinnerungen.

Fragmente.

Prägungen.

 

Meine Werke sind keine Zitate der Popkultur, sondern persönliche Bilder, die aus meiner eigenen Geschichte heraus entstehen. Wer sie betrachtet, muss Mickey Mouse nicht erkennen – es reicht, etwas Eigenes darin wiederzufinden.